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Und es war Sommer. Als hätte es keinen anderen Termin gegeben. Genau an dem Wochenende am dem Sommer angesagt war, hat sich unser kleines Grüppchen in unsere bayerische Landeshauptstadt aufgemacht, um sich mit den besten Nachwuchsathleten zu messen. Außer uns waren natürlich noch einige andere unterwegs, sodass ein ordentliches Getümmel auf der Route de Sued los war. Die Idee, sich der Landeshauptstadt von Westen her zu nähern, erwies sich als hervorragend. Denn so hatten wir bis zum ersten Start ausreichend Zeit zur Regeneration. Zum Nörgeln fand sich wie immer einer, obwohl wir diesmal wirklich nicht die ersten im Stadion waren. Und zu früh kommen ist immer noch besser als zu spät, gelle! Diesmal waren wir erfreulicherweise nicht die einzigen aus der Würzburger Leichtathletik, ein paar aus den Randzonen waren auch zu sehen. Schön. Melli Gredel durfte sich als erstes von ihrem schattigen Plätzchen erheben und für die 100 warm (?) machen. Nachdem sie es geschafft hat, ihren Trainingsumfang vom letzten Jahr zu toppen, konnte sie das Unternehmen ‚1 x die Gerade runter’ recht locker angehen. Die Saisonleistung von 12,93 s bescherte ihr einen sehr knapp verpassten Zwischenlaufeinzug. Für 1 x die Woche ganz ordentlich. Kurz darauf war auch für David Löhner Schluss mit Füße hochlegen. Viel erwarten durfte er leider nicht. Hatte er sich doch beim seinem Bestleistungssprung beim Bayern Cup im Mai ne saubere Oberschenkelzerrung zugezogen. Danach war logischer Weise 6 Wochen lang nicht an schnelles reaktives Zeug zu denken. Da konnte auch eine Woche Apres Abifahrt nichts mehr vermiesen. Frohgemutes verzog er sich trotzdem, oder deshalb, in seinen Startblock und bretterte so gut es eben ging die 100 m Gerade herunter. 11,59 s sind für die Umstände sehr gut. Andere schaffen das nicht mal mit 3 x Training in der Woche. Um läppische 9/100 s den Endlauf verpasst. Mit dem was, wäre, wenn fange ich jetzt nicht an. Ab da blieb für ihn nur noch übrig, den Mineralienhaushalt auszugleichen. Der Nachmittag befand sich längst über der 30° Marke und die Strecken wurden zusehends länger. Anna Riepel war drauf und dran ihre Stadionrunde zu drehen. Nach einigen Stunden im eigenen Saft schmoren nun doch noch bewegen. Recht locker, oder wars ausgelaugt, ist sie die 400 m angegangen und hat sich die Vizemeisterschaft bei den Juniorinnen in 60,42 s gesichert. Mehr war nicht drin, weil die Karo einfach besser ist. Elisabeth Riepel hatte ähnliche Voraussetzungen. Stundenlang in der Hitze warten und dann 2 x auf der Rundbahn im Kreis herum. Zwei ihrer Konkurrentinnen waren von vorne herein unschlagbar, sodass es für den Rest nur um eine einzige Medaille ging. Eli hatte aber nicht nur Bronze im Sinn, sie wollte auch die Quali für die Deutschen Juniorinnen Meisterschaften unterbieten. Und wie das Leben so ist, hat sie beides durch einen erstklassigen Endspurt erreicht. Platz 3 über 800 m in 2:16,52 min. Die Sprints zahlen sich aus. Nach einer erfrischenden Dusche gings ins Hotel und dann fett zum Essen. Durch die Aufteilung der verschiedenen Nachschläge wurden auch alle satt. Der chillige Cocktail durfte auch an einem so heißen Wettkampfwochenende nicht fehlen. Nächster Tag im Stadion. Die Temperaturen waren nicht von denen am Vortag zu unterscheiden. Unsere zwei Frühstücksläufer starteten in den Tag. Sonntagfrüh zur besten Aufsteh/Frückstückszeit stehen immer die 400 m Hürden auf dem Programm. Tilman Göbel und Anna kennen das. Da wird nur mitleidig auf das schöne Buffet im Hotel geschaut. Wenns gleich rund geht, hat niemand gesteigerte Lust auf überladene Teller. Anna opferte sich als erstes. Nachdem sie sich diese Saison auf der Hürdenstrecke etwas rar gemacht hat, stand erst ihr zweites Saisonrennen an. Anscheinend läuft es sich mit Edelmetall um den Hals besonders gut. Auf jeden Fall sicherte sie sich die nächste Vizemeisterschaft mit ihrer drittbesten Zeit (64,72 s) ever. Was die Anna kann, das kann auch Til. Nur Pech für ihn, dass er sehr harte Mitläufer hatte. So blieb ihm Platz 6 trotz einer Bestzeit über die hohen Hürden in 61,29 s. Eine weitere Frühaufsteherin war Melli. Diesmal auf den 200 m unterwegs. Da fehlte natürlich noch ein bisschen mehr als am Vortag die eine oder andere Trainingseinheit. Aber Melli lies sich nicht lumpen und legte ne ansehnliche 26,75 s auf die Bahn. Das bedeutete aber auch, dass sie die erste war, die nicht mehr in den Endlauf einzog. Schade. David hat es mit den 200 sein lassen. Die momentane Verfassung lies es nicht zu, wenigstens eine für ihn halbwegs vertretbare Zeit zu laufen. Er verlangt halt viel von sich selbst. Mittlerweile war es Highnoon und wir waren mit unseren Wettkämpfen durch. Nein, nicht alle. Eli wollte 4 Stunden später noch mal auf die Bahn um sich das nächste Edelmetall abzuholen. Sie lag in der Zwischenzeit im Schatten, wir im Biergarten. Rechtzeitig zu den 1.500 m waren wir zurück, ist doch selbstverständlich. Wie am Vortag bei den 800 waren die ersten beiden Plätze schon vorher vergeben. Zumal die sich auch noch eines Hasen bedienten, um eine noch flottere Sohle hinzulegen. Für Eli machte es keinen Sinn dieses Tempo von Anfang an mit zugehen, aber auf das Tempohäschen für the Rest of the Best hatte sie auch keine Lust. Also trabte sie an einer günstigen Position im Feld umher und ging das Tempo, als es nach zwei Runden so langsam schneller wurde, problemlos mit. Dass es mit der nächsten Quali für die Deutsche nichts wird, war schon nach 200 m klar, aber die einzige freie Medaille winkte immer noch. Das volle Meisterschaftsrennen, alle warten bis es nicht mehr geht, und dann gehts ab. Die letzten 300 m wurden dann gescheit schnell und auf den letzten 100 m wurde gesprintet was das Zeug hielt. Pokerface Eli lederte Läuferin um Läuferin ab und holte sich mit 4:57,90 min knallhart die nächste Bronzemedaille. Da kann man als Coach nicht meckern. Jetzt blieben nur noch eine mäßig tropfende Dusche und die 3 stündige Rückfahrt im Glühbus übrig. Es hat sich gelohnt. Alle kamen mit Saisonbestleistungen zurück, einige hatten Edelstahl im Gepäck. Was will das Sportlerherz mehr? Und wenn die weiterhin so schnell unterwegs sind und so viel Zeit einsparen, dann haben sie ne Menge Zeit am Ende ihrer Tage zur freien Verfügung. Schöne Aussichten. |
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