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Auf ein Neues!
Wie sie es nicht anders erwartet haben, waren wir in den vergangenen
3 Monaten wieder ganz eifrig unterwegs. Als erstes sind wir auf Mitgliederfang gegangen.
Ins Netz gingen uns ein paar Mädels, die schon länger zu unserer Trainingsgruppe
gehören. Eine der Neuen heißt Judith Tatschner und liebt es, wenn’s schnell vorwärts
geht, besonders bei den Sprints über 100 und 200 m. Eine weitere, Helena Osthoff,
will hoch hinaus, hat sie doch als Disziplin ihres Vertrauens den Stabhochsprung
auserkoren. Charlotte Hacker liebt es ebenso wie Judith kurz, schnell und schmerzlos.
Sie treibt sich nur zu gerne in Frankreich und den USA herum. Aus schulischen Gründen
versteht sich. Verena Weissenberger ist die Vierte im Bunde. Bei ihr geht es länger
zu. Läuft sie doch ab 800 m alles was ihr in die Quere kommt. Leider hat sie schon
seit längerem eine gereizte Achillessehne und kann daher im Moment nur locker joggen.
Ein weiterer Neuer ist ein Kerl! Jawohl, sie lesen richtig, es hat sich was Männliches
gefunden, dem Coach bei den Trainingsstunden beizustehen. Fabian Jaschinsky hat
sich bisher beim Zehnkampf vergnügt. Nun will er verstärkt bei den schnellen Männern
mitmischen, wenn es sein Zivi-Schichtdienst erlaubt. Weitere männliche Coachunterstützung
gibt es von einem alten jungen Bekannten namens David Löhner. Dass er sehr schnell
unterwegs sein kann, wissen wir aus der Vergangenheit. Der Rest der Trainingsgruppe
ist uns auch über den Winter erhalten geblieben, sodass sich ein ordentliches Häuflein
Sportler in den Trainingsstunden vergnügen tut.
Nun zum Sportlichen: Alle Jahre wieder im November: Speedcross in Vaterstetten.
D.h. 600 m bergauf, bergrunter über Vor- und Zwischenlauf möglichst in den Endlauf.
Elisabeth Riepel war diesmal alleine unterwegs, nachdem sich ihre Schwester Anna
kurz zuvor leider den Fuß vertreten hatte. Beim Wettkampf ist für Eli zwar nicht
alles rund gelaufen, aber mit dem 3. Platz im Gepäck durfte sie trotzdem die Heimreise
antreten. Anfang Dezember dann der nächste Klassiker: Nikolauslauf in Ochsenfurt.
Da waren beide Riepels wieder vereint auf der 3,5 km langen Altstadtrunde unterwegs
und jede durfte sich über den obersten Platz auf dem Stockerl freuen. Eli gewann
bei der A-Jugend in 13:06 min und Anna bei der B-Jugend in 13:30 min. Den nächsten
Freiluftwettkampf, der erste Würzburger Silvesterlauf, absolviere Eli wieder alleine.
Anna hätte nämlich keine Lust, sich an ihrem Geburtstag zu quälen. Rund um den Sanderrasen
ging es. Für Eli waren es wettkampftechnisch ungewohnt lange 6,4 km. Aber in 28:10
min war auch das erledigt. Etwas zu schnell ist sie die erste Runde (ca. 1,3 km)
angegangen, wollte sie doch mit Agnes Wahler, einer alten Bekannten auf der Langstrecke,
mitlaufen. Wegen des hohen Anfangstempos wurde es natürlich gegen Ende etwas schwerer
zu laufen. Aber soll ich mich beschweren? Mit Mut Neues anzugehen ist doch der einzig
richtige Weg.
Zwischen durch war für Mitte Dezember in unserer samstäglichen Trainingsstätte in
Fürth ein Hallentest angesetzt. Hier waren dann auch wieder ein paar von den Weicheiern
am Start, die sich nicht so gerne in der winterlichen Freiluftszene zeigen. Einige
haben es dennoch geschafft (prüfungstechnisch, verletzungstechnisch, Sportfreunde
geschädigt) abzusagen, aber ein Häuflein Unentwegter war es immer noch. Lauter krummes
Zeug war in Fürth im Angebot: zweimal 30 m fliegend, 60m, 150 m, 300 m, 600 m, ein
Testwettkampf eben. Jeder durfte laufen was er wollte. Natürlich nur in Abstimmung
mit dem Chefcoach. Und der hatte logischerweise das letzte Wort, versteht sich von
selbst (vgl.: Spannungsregler). Ok, Fabian hat sich sofort bereit erklärt die 30
und 60 m zu laufen. 3,15 s bzw. 7,58 s hat es nur gedauert. Nach seiner langen Trainingspause
war das sehr in Ordnung, zumal er den Regensburger Olympiateilnehmer im Zehnkampf
hinter sich gelassen hat. Anna und Elisabeth wollten trotz den Sportfreunden am
Vorabend die 150 und 600 m angehen. Eli hat es leider schon vor dem ersten Lauf
zerlegt. Noch halbwegs munter angereist, lag sie den ganzen Tag in der Ecke der
Wettkampfhalle herum – Grippe. Anna spulte derweil in 21,10 s und 1:44,69 min ihr
Programm herunter. Dies entspricht ungefähr ihren Freiluftleistungen, was heißt:
Winter, Halle, enge Kurven, erster Wettkampf – sehr gut. Verena Seubert ist nach
dem nicht zufrieden stellenden Jahr 2004 (Pfeiffersches Drüsenfieber) wieder in
dem Bereich ihrer Bestleistungen angelangt. 60 m in 8,73 s, 50 m in 21,55 s und
300 m in 47,45 s hat sie sich angetan. Freiwillig, eh kloa! Es geht also bei ihr
wieder. Judith brachte die 30 m in 3,62 s hinter sich, die 60 m in 8,56 s und die
150 m in 20,74 s. Alles gute Saisonauftaktzeiten. Auch unsere Stabhochspringerin
Helena lies sich nicht zweimal fragen und schnürte flugs die Spikes. 3,91 s und
9,12 s stehen für sie und die 30 bzw. 60 m zu Buche.
So, damit wir das Sportjahr 2004 endgültig zu den Akten legen dürfen, habe ich noch
ein paar Notierungen aus den Bestenlisten. Dass alle miteinander in Bayern weit
vorne stehen dürfte wohl klar sein, muss ich nicht im Einzelnen auflisten. In der
Deutschen Jugendbestenliste finden sich unter den Top 50 gleich drei von uns wieder.
Anna steht auf Platz 50 über 400 m Hürden. Elisabeth über 800 m auf Platz 21 (altersbereinigt
auf Platz 11), und beide mit der 4 x 400 m Staffel auf Platz 6! David fällt mit
Platz 48 über 100 m und mit Platz 49 über 200 m auf. Mit der 4 x 100 m Staffel findet
er sich auf einem sagenhaften 3. Platz wieder! Die Platzierungen der DJK Bestenliste
habe ich auch noch nicht (interessant wegen dem diesjährigen Bundessportfest), aber
ich denke, da stehen alle in den Top 10. Es war ein tolles Jahr, nicht nur für die
drei Letztgenannten!
2005 – jetzt geht’s los. Zuerst aber ein paar Vorbemerkungen. Nachdem Ostern dieses
Jahr 2 Wochen früher, die Bayerischen und Deutschen Meisterschaften aber 4 Wochen
später sind, ergibt sich die Problematik, dass der Zeitraum zwischen den Ostertrainingslagern
und dem Saisonhöhepunkt um 6 Wochen gegenüber 2004 verlängert ist. 2005 wird eine
lange Saison, da muss jeder mit seinen Kräften haushalten und rechtzeitig sehr viel
im Grundlagenausdauerbereich trainieren. Sonst kommt man/frau nicht durch die Saison,
oder ist zum falschen Zeitpunkt fit. So haben wir uns sehr ausgiebig den langen
Läufen gewidmet und die extreme Schnelligkeit etwas reduziert. D.h., dass auch die
kurze Hallensaison nicht so schnellkräftig (und erfolgreich) wie gewohnt sein kann.
Sie sollte eine Auflockerung des Trainingsalltages sein, aber speziell darauf vorbereitet
haben wir uns nicht.
David hatte im Herbst leichte Knieprobleme und konnte nur drei Wochen locker trainieren.
Dadurch fehlte ihm etwas die schnellkräftige Komponente, aber die nordbayerischen
Meisterschaften in Fürth kamen gerade recht. Über 60 m holte er sich Platz 3 in
7,38 s. Mit der 4 x 200 m Staffel hätte er sich locker den Titel geholt, wenn jemand
die Startkarte abgegeben hätte. Nun ja, passiert halt mal. Fabian steigerte sich
über 60 m auf 7,43 s, was gleichzeitig die A-Quali für die Bayerischen bedeutete.
Über 200 m kam er auf 24,49 s. Hier kann er wesentlich mehr, aber wie das so ist:
In der Halle sind die 2 Kurven sehr eng, erst recht auf Bahn 1 und dann das Ganze
bei seiner Größe. Da ging einfach nicht mehr. Judith lief über 60 m persönliche
Bestzeit mit 8,35 s. Nachdem sie, wie übrigens alle von uns, die ungünstige Bahn
1 im 200 m Lauf zugelost bekommen hatte, muss auch diese Zeit relativiert gesehen
werden. Dies ist keine Ausrede, denn die Bahn 1 wird bei den 200 m sehr selten besetzt,
eben wegen der Benachteiligung. Sie lief trotzdem mit 28,22 s knapp an ihre Bestzeit
heran. Natalie Häusler hat ihre prüfungsbedingte Auszeit hinter sich und stieg auch
in das Wettkampfgeschehen ein. 5,08 im Weit- und 10,49 m (Platz 1) im Dreisprung
zeigen, was sie mal locker aus dem Ärmel bzw. den Beinen schütteln kann. Die 60
m zuvor nutzte sie nur für 8,67 s zum Aufwärmen. Verena lief die 60 m in 8,79 s
und sprang 4,33 m weit (?). Das ist nicht das, was sie drauf hat, aber an diesem
Tag hatte sie einfach Probleme damit, das Brett genau zu treffen. Entweder sehr
viel verschenkt, oder wie im letzten Versuch äußerst knapp übertreten, auf 5 m geflogen
und ungültig. Aber sie hat gezeigt dass sie es kann. Am Ende des langen Tages kam
sie über 200 m auf 29,40 s (logisch: Bahn 1). Genau wie bei Elisabeth, die mit 27,93
s auch nicht zufrieden sein darf. In der 4 x 200 m Staffel lief es für die 4 Mädels
besser. Hier holten sich Judith, Elisabeth, Verena und Natalie den Nordbayerischen
Titel in 1:52,52 min. Helena wagte sich nach 1 jähriger Wettkampfpause wieder an
den Stab und übersprang 2,70 m. Persönliche Bestleistung und Platz 3 gab’s dafür.
Gut gemacht.
Als nächstes standen die Landesmeisterschaften der A-Jugendlichen im Terminplan.
Davids Formkurve zeigt nach oben, ganz so wie’s geplant war. Bei 7,35s für 60 m
und bei 23,38 s für 200 m blieben die Stoppuhren stehen. In der 4 x 200 m Staffel
holte er sich so etwas von unangefochten den Titel: 1.30,92 min ist immerhin die
8.schnellste Zeit in Deutschland! Judith blieb zwar mit 8,48 s etwas hinter der
Zeit der Vorwoche, lief aber mit 27,81 s eine neue 200 m Bestzeit. Voll Ok. Helena
tat’s wieder mit dem Stab und sprang erneut 2,70 m. Schade war nur, dass sie durch
einen Kampfrichterfehler um Platz 3 gebracht wurde und mit Platz 4 Vorlieb nehmen
musste. Elisabeth und Anna hatten sich wieder einmal die 800 m vorgenommen. Eli
hatte dabei Topchancen den Titel einzuheimsen, war sie doch die Schnellste aus dem
Vorjahr. Sie lief auch die ersten 500 m dementsprechend hervorragend, aber dann
fiel bei ihr die mentale Klappe. Irgendwie ging plötzlich gar nichts mehr. Im Ziel
war sie fünfte mit 2:20,72 min. Das läuft sie sonst mit links wenn’s sein muss früh
um 3 Uhr, aber wenn die letzten 300 m an einem vorbei laufen, dann geht halt nix.
So etwas kommt vor. Aber dass es auch noch Anna erwischen muss. Sie ist nach 450
m ausgestiegen. Wahrlich kein Riepelstag! Sie kam zwar direkt von einem einwöchigen
Kurs für ihren Trainerschein und normalerweise macht Anna so etwas nicht, aber wenn
es eben nicht der Tag ist, dann darf frau auch mal das Ganze canceln. Mit der Brechstange
fangen wir nämlich nicht an. Wenn’s nicht klappt, dann klappt’s halt nicht.
Neues Spiel, neues Glück: Landesmeisterschaften der Aktiven und B-Jugendlichen in
Fürth. David war mit berechtigten Medaillenchancen angereist. An die Zeiten vom
letzten Winter kommt er zwar noch nicht ganz heran, aber die Konkurrenz ist auch
nicht so gut drauf. In der engen Kiste sicherte er sich über 60 m in 7,29 s den
3. Platz. Das Gleiche tat er über 200 m mit 23,03 s. Mit seinen Staffelkameraden
setzte er am Ende des Tages noch einen fett obendrauf. Der Titel war eh gebongt,
aber nun steht der bayerische Rekord bei 1:31,17 s! Subba! Entsprechend schwer mit
Edelmetall bepackt wurde er wieder nach Hause geschickt. Fabian hat es leider zuvor
schon erwischt. Seine berechtigten Hoffnungen auf den 60 m Endlauf wurden im Keim
erstickt – die Grippe war schneller. Judiths Plan, ihre Bestzeiten weiter in die
Höhe zu schrauben ist leider auch nicht aufgegangen. Beim 60 m Vorlauf hat sie sich
eine Oberschenkelzerrung zugezogen. Feierabend. Sehr ärgerlich, bei ihrer Topform.
Das Riepelspärchen hat sich diesmal auf der 400 m Strecke filmreich getummelt. Die
Zwei waren dem BR Fernsehen aufgefallen, der sie auf ihren 2 Runden gleich mal auf
Zelluloid gebannt hat. Beide landeten am Ende im Bereich von ihren Winterbestzeiten
und Eli wurde in 59,28 s vierte und Anna mit 61,62 s siebte. Ein noch tolleres Rennen
lieferten sie einen Tag später in der 4 x 400 m Frauenstaffel ab. Zwar waren nur
3 Staffeln am Start, aber dies hatte nichts mit mangelnder Qualität zu tun. Favorit
waren die Wasserburgerinnen. Letztes Jahr in Deutschland die Nummer 3, gespickt
mit zwei deutschen Spitzenläuferinnen über die 400 m Hürden und der Deutschen Meisterin
im 7-Kampf. Dazu kamen die Landshuterinnen. Seit Jahren vorne mit dabei bei der
Vergabe des 4 x 4 Titels. Mittendrin waren wie gesagt unsere zwei Mädels mit der
LAC Quelle Staffel. Ihre zwei Mitstreiterinnen waren vom Wochenende schon etwas
angezählt und daher wäre Platz 2 das Optimale. Ok, Startschuss. Eli läuft als Erste,
harter Kampf mit Wasserburg, Eli ist zwar schneller, läuft aber in der Kurve außen
und hat dadurch weitere Wege. Auf den kurzen Gerade in der Halle kommt sie einfach
nicht weit genug vorbei um nach Innen zu wechseln. Trotzdem gleichzeitig gewechselt,
Landshut knapp dahinter. Als nächstes übernimmt Anna das Staffelholz und läuft hinter
der 7-Kampfmeisterin her. Der BLV- und Quellecoaches rufen ihr noch zu: Bleib dahinter!
Aber was macht Anna. Keine Angst vor großen Namen und geht nach 50 m vorbei. Die
restliche Kleinigkeit von ca. 350 m läuft sie genauso unbeirrt weiter und übergibt
als Erste an Julia Hiller. Als Mittelstrecklerin ist es für sie schwer auf der 400m
Strecke, aber sie übergibt als Zweite an die Schlussläuferin Sabine Meyer, Landshut
im Nacken. Sabine, mit Eli und Anna letztes Jahr 6. bei den Deutschen, hat schon
einige Läufe in den Beinen und rettet den 2. Platz bis ins Ziel. Die Zeit von 4:00,82
min ist für den Winter eh voll gut.
Weil Eli gut drauf ist hat sie eine Einladung zum Arge Alp Cup bekommen. Das ist
ein Meeting, das 2 x im Jahr (Sommer und Winter) ausgetragen wird und zwar von allen
Alpenanrainerstaaten. Eli durfte noch etwas für ihr Unterdistanztempo tun und ist
über 400 m an den Start gegangen. Die Halle in München ist eine umgebaute Radrennbahn
von den Olympischen Spielen 1972. Nicht gerade eine Topanlage für leichtathletische
Zwecke. Die Bahnen 2 – 4 sind in der Kurve sehr stark überhöht (=Voralpen), dafür
ist die Bahn 1 doppelt so breit und in der Waagerechten angelegt! Der Start erfolgt
als Massenstart ohne Startblock. Unbeirrt durch diese kleinen Besonderheiten lief
Eli ein sehr gutes Rennen, was ihre neue Hallenbestleistung von 59,03 s bezeugt.
Die Süddeutschen Meisterschaften in der Karlsruher Europahalle lies Elisabeth aus.
Weil die Form stimmt können die Kräfte geschont werden. Schwesterchen Anna war als
Vertretung Bestens geeignet. Für ihren Hallensaisonabschluss hat sie wieder die
400 m im Visier. An gleicher Stätte findet übrigens ein Hallenmeeting statt, das
im Ranking an der Weltspitze steht. Alain Blondel organisiert hier einen Wettkampf
der mit etlichen Jahresweltbestleistungen glänzt. Ok, wir sind da nicht beteiligt,
aber das Ambiente sollte passen. Nun, was soll ich sagen: Die Organisation war vollkommen
überfordert. Ein Beispiel: Eine knappe Stunde vor Annas 400 m Lauf wird durchgesagt,
dass sich die nachfolgenden Läufe um ca. 45 min nach hinten verschieben werden.
Anna, und vermutlich alle 400 m Frauen, waren schon mitten im Aufwärmen. Was tun?
Weiter machen und Spannung so lange halten? Schwer möglich. Also hinsetzen, Pause
machen und rechtzeitig konzentriert erneut Spannung aufbauen. 40 Minuten vor der
neuen Startzeit wird durchgesagt, dass nun doch alle Läufe 15 min früher durchgezogen
werden können. Hektik. Noch mal Aufwärmen, Einsprinten etc. und das Ganze unter
Zeitdruck. Und was ist am Ende passiert. Aus unerklärlichen Gründen fiel der Startschuss
noch mal 15 min später als der zu erst verschobene Zeitpunkt. Ein einziges Hin und
Her. Die Kampfrichter ließen sich von dem Allen nicht aus der Ruhe bringen. Nicht
von Athleten, nicht von Trainern. Ruhiges Gemüt, die Badenser. Kann sein, dass so
etwas eine erfahrenen Athletin nicht aus der Ruhe bringt, aber für Anna, immerhin
erst erstes Jahr A-Jugend, was das Gezerre nicht leistungsfördernd. Sie lief zwar
doch Hallenbestleistung mit 61,43 s, aber dies wäre an diesem Tag nicht das Ende
der Fahnenstange gewesen. War eben was fürs Erfahrungssammeln.
Schauplatz Fürth: Helena hatte zwischendurch bei den Nordbayerischen A-Jugendmeisterschaften
wieder den Stab zur Hand genommen. Sie war die einzige Starterin von uns, nachdem
Judith immer noch verletzt ist und der Rest Pause machen sollte. Wieder 2,70 m übersprungen,
Platz 2 abgegriffen. Gut. Da werden sicher die 3 m im Sommer fallen, oder besser
gesagt: Liegen bleiben!
Nun zum Saisonhöhepunkt: Deutsche Jugendmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast.
Mit von der Partie: David in der 4 x 200 m Staffel und Eli in ihrer Spezialdisziplin
den 800 m. Pech für Einen: Zwar waren die Staffeljungs zu fünft, aber durch die
Erkrankung eines Mitstreiters auf vier dezimiert. Einer der verbleibenden vier Staffelläufern
hatte über 60 und 200 m medaillenverdächtige Einzelstarts. Aus diesem Grunde sollte
er nur im Endlauf zum Einsatz kommen. Ok, für ihn hat sich die Schonung in der Staffel
gelohnt (2 x Platz 3), aber die Staffel war zum Vorlauf nur noch zu dritt. Nix gelaufen.
Und dabei hatten sie doch berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im A-Endlauf, gleichbedeutend
mit mindestens Platz 4. Was soll’s, eine Staffel besteht eben aus 4 Läufern. Also
blieb noch Elisabeth. Mal schauen wie es bei ihr so lief: 3 Vorläufe, über 20 Starterinnen,
die Vorlaufsiegerinnen und 5 Zeitschnellste kommen in den Endlauf. Eli fühlte sich
gut, ihr Aufwärmen sah frisch aus. Positive Hoffnung. Startaufstellung. Alle Bahnen
doppelt besetzt, also große Enge in der Startphase. Eli ganz innen auf Bahn 1. Startkommando,
warten, warten, warten, Startschuss. Nach dem ersten Startkommando ein ewiges Gezucke
und Gezappele bei den Mädels. Deswegen das lange Warten des Starters. Eigentlich
hätte er alle Mädels noch mal zurück rufen müssen, Eli rechnete auch damit, aber
was ist passiert: Startschuss! Natürlich Schlaftablettenreaktion! Die Läuferin auf
Elis Bahn joggt los, Eli hinter her, merkt schnell, dass diese es nicht sehr eilig
hat und zwängt sich vorbei. Das war zwar gut, aber wertvolle Zeit war verloren.
Im Rennen geht es so weiter. Mal schnell, mal langsam, mal schubsen, mal einklemmen.
Den vielen jungen B-Jugendlichen in dem Lauf fehlt eben die Erfahrung in der Laufgestaltung.
Weiteres Beispiel: Elis neue Spikes wurden von einer Mitläuferin aufgeschlitzt.
Die große Zehe hat fett geblutet. Mit 2:17,75 min und der gesamt neuntschnellsten
Zeit war sie am Ende im Ziel. 8 kommen ins Finale. Aus und vorbei. Sehr schade.
Bei den anderen Vorläufen und sogar beim Endlauf konnte man dieselbe Laufgestaltung
erleben. Die Meisterschaft ging übrigens an ein B-Jugendliche mit 2.15 min. 2004
lief Eli 2:14 min und wurde damit siebte. Daran sieht man, dass das Hin und Her
auch andere gestört hat. Von der Zeit her kann Eli also locker mitlaufen. Nun hat
sie sich vorgenommen, nur noch vorne wegzulaufen. Da können die hinter ihr schubsen
wie sie wollen. Wieder was gelernt.
So, die Hallensaison neigt sich nun langsam dem Ende entgegen. Nur Natalie hat noch
einen Hallenstart vor sich: Bayerische Mehrkampfmeisterschaften in München. Natürlich
nimmt sie nur daran teil, weil sie direkt davor in Urlaub ist. Genau wie im Sommer.
Manche brauchen das. Für uns gab es in diesem Winter sehr viel zu lernen. Für den
Coach, für die Athleten. Fazit: Es läuft nicht immer alles optimal, aber wir leben
noch und zwar ganz gut und es macht immer noch Spaß. Die Joungsters haben bis Mai
Wettkampfpause. Eli stürzt sich noch in die Crosssaison. Kreis, Unterfränkische
und Bayerische. Hier gilt es den Mannschaftstitel zu ergattern. Wird hart, ist aber
realistisch gesehen drin. Crossläufe sind ein gutes Mittel für den weiteren Ausbau
der Grundlagenausdauer. Also nichts wie los und über Stock und Stein, durch Schnee
und Matsch. Danach steht als Belohnung auch das Trainingslager in Viareggio (für
Eli Malente) an. Es geht doch nichts über Sonne und Strand verbunden mit ner Menge
Training! Gell?!
Bis denne
HG

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