Viareggio 2007 – Dr. Assisnski und Schwesta Löhner in der Frühjahrsfrische, Vol. 21
 


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Osterzeit in Italien, was gibt es Schöneres? Während die Zurückgebliebenen noch in dicken Wintermänteln durch die Gegend schlichen, lies sich die Göbi 2.0 Gruppe (David, Til, Anna, Elisabeth, Alex, Fabian, Micha, Kathi, Nati, Matze, Cheffe) in südlichen Gefilden ihr Herz von der Sonne umschmeicheln, den Gaumen mit lecker Eis benetzen, und dazwischen sportlich neu updaten. Die verschiedensten Köpfe waren nun wieder für 8 Tage auf engstem Raum zusammengepfercht und konnten nun zusehen, wie sie klar kommen. Die Anreise zum Abfahrtstreffpunkt gestaltete sich nur für manche als schwierig, war es doch 8 Uhr in der Frühe. Das Einräumen in die geräumige DJK X-Box konnte gerade noch entsprechend dem Masterplan bewältigt werden. Der Fabi, voll im Umzug begriffen, hat wohl einfach über seinen kompletten Einbauschrank die Sporttasche gezogen, Reisverschluss zugemacht und mitgenommen wie das Paket war. Zumindest ließen Größe und Gewicht darauf schließen. Kathis Fahrrad wurde zerlegt und zwischen den Stahlkugeln, Speeren, Medizinbällen, Wurfpfeilen, Startmaschinen, Inlinern, Notebooks, Joggingschuhen, Spikes, Ersatzrad und sonstigem Unrat verstaut. Los gings, und damit wir schön im Zeitplan bleiben, haben wir gleich zu Beginn die Alex, sie wissen schon, die Queen of Speed, ans Steuer gesetzt. Die anderen krallten sich derweil an allem Greifbarem fest. Als der Routinier das Ruder übernahm, gings hoch hinaus. Äh, da war zuvor noch der verlängerte Boxenstopp zu erwähnen. Außer, dass die Klos rund um den San Bernadino herum ungenießbar waren, und dem Laternenabhänger gabs keine weiteren besonderen Vorkommnisse. Zumindest sind mir keine zu Ohren gekommen. In den genuesischen Kurven tat sich Fabi besonders hervor, indem er die besagten Kurven teilweise weg lies, um Zeit zu schinden. Da hat er die Rechnung ohne die Wirtin gemacht! Die Alex hat sich nicht lumpen lassen und jede Menge Stau für unterwegs eingekauft. Nix mit Bestzeit, nix mit King of Speed. 19 Uhr Ankunft am Hotel in Viareggio, der Perla del Tirreno, bestes Timing. Die Frage, wer geht ne Runde Ausjoggen und wer geht zum Pastaessen, blieb unbeantwortet. Gut, dann stelle ich sie am nächsten Morgen noch mal. Abend gabs von der mitgereisten einzigen Nichtsportlerin die Aufforderung zum Rotwein - oh, wenns sein muss.


Der nächste Morgen begann wie immer mit - Aufstehen, logisch. Die erste Trainingseinheit wurde im Stadion absolviert, die nachmittägliche auch, sonst hätten wir ja nicht Richtung Süden kurven müssen. Dabei gabs die erste Portion Hürden. In allen Varianten und Drehungen, für alle. Was für ein Spaß! Im Stadio dei Pini haben wir sogleich lieb gewonnene Gewohnheiten auffrischen können. So war das unverständliche Megaphon aus Trier zu hören, die good old Barcelona `92 Hürden waren wieder da, die angrenzenden endlosen Pinienbäume und die Schiffchen im Hafen waren auch zu sehen. Nur die netten Ossis vom LAZ Kreis Günzburg, der Günni Weidlinger aus Austria und die Pfeife aus Viareggio (Herr Colina) fehlten. Den Einen wegen seinem astreinen Laufstil und den Anderen wegen seiner Optik vermissten wir schon ein wenig. Am Abend kreuzten unsere zwei München Lenden, äh. Legenden, äh. Leihgaben (Natalie und Matze) auf. Nun waren wir tutto kompletto, wie wir zu sagen pflegen, man spricht schließlich italiano, hüstel. Sonntagfrüh stand schon wieder Sportliches auf dem Plan. Tempoläufe im Pinienwald gleich um die Ecke. Wie das klingt – gleich um die Ecke, unser Pinienwald. Verlockend, gell? Die kleinen Einlagen auf dem Spielplatz erwähne ich lieber nicht. Kathi hat sich wegen ihrer Knieverletzung auf das mitgebrachte Fahrrad gesetzt und die Gegend erkundet. Daraus wurden gute 3 h strampeln. Wobei es unter anderem ne volle Stunde einen einzigen Berg am Stück hinauf ging. Alpe D`Huez in Italien. Hätte mal die Etappenbeschreibung besser lesen sollen. Very Strange! Die nachmittäglichen Sprint-, Sprung-, Kraftspielchen am Strand zu Viareggio hatten teilweise Nachahmer bei den italienischen Fußballkids. War aber kein Talent dabei, sollen bloß weiter lautstark dem Ball hinterher rennen, die blöden Weltmeister. Das Wurfpfeilabschießen und kalt Abduschen des Chiefs im Meer wurden glücklicherweise vergessen. Oder hat vielleicht die Autorität des kurz zu vor ernannten 2nd Assistantchiefcoaches dazu beigetragen, nichts anbrennen zu lassen? Sportliche Videoanalysen mit Rotwein gabs erst am Abend.

Der nächste Morgen begann schon wieder sportlich – mit Aufstehen und anschließendem Training im Stadion. Sprintspielchen mit Variationen. Gerade mal 2 ½ Tage da und schon 5 Einheiten absolviert. Am Nachmittag war Zeit für, nein nicht Strand, Regenerationstraining! Joggen (1 x Pinienwald rauf, 1 x runter), Radeln (Wald oder Berge, wahlweise) oder Bladen (Strandprom rauf und runter), je nach Gusto. Ok, das Rikscha fahren wurde vom verantwortlichen Headcoach gecancelt, vorerst. Danach Treff auf dem Centercourt zum BB. Das Herz will ja auch was davon haben. Mist, die Mädels haben gewonnen. Aber abends Eis für alle.
Vierter Tag: Beginn mit Sport. Lange Läufe für die Einen, sehr kurze für die Anderen. Wenig quälten sich erneut über die Hürden. Die Übrigen durften in die Grube hüpfen. Es gab also für jeden etwas. Und kaum zu glauben, der Nachmittag war frei! Dieser wurde teilweise als intensives Strandliegen oder als Ausflug in die imposanten weißen Marmorbrüche bei Carrara genutzt. Da ließen wir leider die Waschanlage links liegen, konnten aber kurzfristig den Umweg über die Waage austesten. Das weiße Zeugs kann man übrigens auch leicht bei den Scheichs anschauen. Bayern 0, Milan 2, trübe, trübe. Trainingslager ist Trainingslager, d.h. dass es am folgenden Tag wieder am Morgen und am Mittag ziemlich rund im Stadion ging. Quer durch den Gemüsegarten war für jeden was dabei. Hauptsache anstrengend, und natürlich alles mit Sinn. Nachdem die Beine doch langsam wackelig wurden und man ja kein Unmensch ist, war für den vorletzten Italientag nicht ganz so viel Training angesetzt. In der Frühe knackige Langhürdenläufe oder noch knackigere Starts. Die Techniker durften sich derweil beim Hochsprung amüsieren. Der Nachmittag sollte wieder der Auslockerung dienen. Etwas Erholung braucht der Mensch. Zwei konnten nicht anderes und bretterten mit der Touririkscha durch den Wald und blieben am Berg stecken. Wo bitte war da ein Berg? Vier von uns habens doch tatsächlich zum Joggen geschafft, der Rest musste sich jedoch stundenlang dem BB Zocken hingeben. Ging nicht anders. Genau wie das Pastascheffeln. Die nächtliche Erkundung von Pisa war zwar ermüdend, aber Kultur muss auch mal wehtun.

Beim Abschlusstraining am letzten Tag vermisste ich die etwas gedämpfte Stimmung. Hat den keiner mehr Angst davor, gleich 3 – 4 Läufe am Limit zu machen? Die Vorfreude auf das abendliche hausgemachte Tiramisuessen kann doch nicht schon jetzt vorhanden sein. Einige der Teilnehmer mussten stilecht im bad taste look (TGW) und in Arbeitskleidung (Doc Holliday and Friends) ihr Tagwerk verrichten. Allesamt lieferten trotz alledem feine Laufzeiten ab, teilweise etliches gegenüber dem Vorjahr verbessert, und das obwohl sie schon 11 Einheiten in den Beinen hatten. So, nun war der sportliche Teil geschafft. Keine Verletzten, keine Krankenhausbesuche. Nachmittags noch eine Einkaufstour und raus auf die nächtliche Mole. Eine Woche lang beste Bedingungen, viel Strand, mehr Eis, noch mehr Sonne, unvorstellbare Mengen von Pasta. Aber irgendwann ist es Zeit zum Abschied nehmen. Die Rückfahrt übern Berg wurde durch das obligatorische Hardcoreshoppen in Serravalle unterbrochen. Gewisse Basics braucht der Mensch. Die DJK Play Station hatte anschließend volle Arbeit zu leisten.
Und nächstes Jahr fahre ich wieder mit Euch! Was sein muss, muss sein!
HG